Sculpit: Simeon Decker

Sculpo - ich schnitze. Aber nicht nur ich schnitze, sondern auch er, sie und vielleicht sogar es. Unter dem Stichwort sculpit ("er/sie/es schnitzt") werde ich in diesem Blog zeitgenössische Schnitzer und Schnitzerinnen vorstellen, die mir im richtigen Leben oder im Internet oder sonstwo begegnet sind. Ob es einem gefällt oder nicht, unser Dasein ist keine wirklich geordnete Angelegenheit. Man lebt nicht in alphabetischer Reihenfolge, sondern, neben anderen Prinzipien, immer auch nach dem Prinzip Zufall. So unsystematisch wie sie mir begegnet sind, werde ich meine skulptierenden Zufallsbekanntschaften hier vorstellen.

Den Anfang mache ich mit Simeon Decker, einem derzeit in Berlin lebenden Holzbildhauer mit sächsischen Wurzeln. Wie man seiner erfrischend unbekümmert drauflos gestalteten Homepage (futuristische Schrift vor rustikalem Hintergrund) entnehmen kann, wurde er 1986 in Annaberg-Buchholz im Erzgebirge geboren. Seine Lehr- und Wanderjahre führten ihn in die Rhön, nach Südtirol und ins Oberbergische Land bei Köln.

Ginge es nur um seine Schnitzkunst, wäre er einer von vielen, die mit handwerklichem Geschick in Anlehnung an tradierte Klischees barocke Schnörkel und materialspezifisch wirkende Figuren hervorbringen, wobei eine von Deckers Spezialitäten das nur wenige Zentimeter hohe Figürchen zu sein scheint.

Ohne dem Bildhauer Simeon D. zu nahe zu treten, wird man sagen dürfen: Das Besondere an S. Decker ist der von ihm gecastete und (laut Spielplan) Woche für Woche selbst verkörperte Youtube-Star Mr. Schnitz, als welcher Decker in Dutzenden von Videofilmen auf sympathische Art in die Welt des Schnitzens und des figürlichen Gestaltens einführt. Zu seinem Youtube-Kanal gelangt man hier.

Als Beispiel für einen der Demonstrations- und Lehrfilme von und mit Simeon Decker alias Mr. Schnitz präsentiere ich aus jahreszeitlichen Gründen die Folge mit den Kürbissen, die Gesicht zeigen:

Kommentare