Er war auch noch Spekulant und Holzschnitzer

Welcher französische Maler war 1887 als einfacher Arbeiter am Bau des Panamakanals beteiligt? Derselbe Maler hatte noch Anfang der 1870er Jahre als Börsenmakler und Spekulant in Frankreich viel Geld verdient. Doch dann beschloss er Maler zu werden, verließ seine Frau und die fünf Kinder, führte ein unstetes Leben, wohnte zwei Monate lang mit einem Malerkollegen zusammen, der sich irgendwann ein Ohr abschnitt und (ver)endete schließlich in den französischen Kolonien auf der Insel Hiva Oa, nicht ohne zuvor trotz seiner Syphiliserkrankung mit einer Vierzehnjährigen noch ein (gesamtbiographisch gesehen) achtes oder neuntes Kind gezeugt und sich mit der katholischen Kirche angelegt zu haben, der er Heuchelei vorwarf.

Paul Gauguin (1848-1903) hat aber nicht nur spekuliert, geschaufelt und gemalt, sondern auch geschnitzt. Zwei seiner vielleicht weniger bekannten Werke waren vor Jahren in der Karlsruhe Kunsthalle zu sehen, leider habe ich mir diese - nach dem von mir vorgestern antiquarisch erworbenen Katalog zu urteilen - großartige Ausstellung ("Von Houdon bis Rodin - französische Plastik des 19. Jahrhunderts") seiner- bzw. ihrerzeit entgehen lassen:

Paul Gauguin: Cadre aux deux "G" enlacés, 1881, Nussbaum, 18,9 x 33,6 x 1 cm
Foto: René-Gabriel Ojeda (Paris, Musée d'Orsay)

Paul Gauguin: La Toilette, 1882, Birnenholz, 34,1 x 55 x 7 cm
Foto: M. Bertola (Musée d'Art Moderne et Contemporain de Strasbourg)

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