Noch einmal Hans Wydyz

Hans Wydyz: Adam und Eva, Figuren: Buchsbaum, Höhe: 16 bzw. 15 cm
Foto: Adreas Schwarzkopf - Lizenz

Zu den wenigen mit einem H und einem W signierten Werken des Hans Wydyz gehört die nach 1505 entstandene sogenannte Basler Adam- und Eva-Gruppe. Als einer, der Anfang der 1970er Jahre die damals populären Songs von Reinhard Mey auswendig kannte, weiß ich noch: (erst) "mehr als zwei sind eine Gruppe" (aus: "Bevor ich mit den Wölfen heule"). Warum also "Gruppe" dachte ich, bis ich darauf kam, dass die Schlange natürlich mitgezählt werden muss - und mein sprachlich geprägtes Weltbild war wieder in Ordnung. Mit auf die Sprünge half mir diese feine Beschreibung dessen, was man sieht, wenn man Wydyz' Pärchen bzw. sein trio infernal sieht:

"Adam wendet sich in vorgebeugter Torsion Eva zu, seine Linke anklagend gegen diese erhoben und in der Neigung seines Kopfes den Blickkontakt zu ihr suchend. Sich leicht zurücklehnend steht Eva versonnen mit gesenkten Augenlidern da. Den rechten Arm zur Schlange im Baum ausstreckend, von der sie einen weiteren Apfel empfängt, bezieht sie diese in den geschilderten Vorgang mit ein [meine Hervorhebung, L. R.]. Das in sich verschränkte Gesten- und Mienenspiel führt eindringlich die seelische Verstrickung wie die Betroffenheit des Menschenpaars vor Augen."

(Sibylle Groß: Hans Wydyz, Hildesheim-Zürich-New York 1997, S. 7 f. - DNB)

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