Freitag, 4. Januar 2019

Beifang im Neuen Schloss zu Meersburg

Sozusagen als Beifang ins Netz gingen mir diese beiden kleinen Holz-Plastiken (geschätzte Höhe: 40 cm) von Dominikus Hermenegild Herberger, der ungefähr zur gleichen Zeit lebte wie sein überlegener Konkurrent Joseph Anton Feuchtmayer. Dort wo sich im Neuen Schloss in Meersburg jene hier erwähnte Fensterreihe befindet, von der aus man ins Innere der Schlosskirche und auf den Altar von Feuchtmayer hinabblicken kann, standen die beiden Heiligen in einer Vitrine und erinnerten mich daran, wie viele Holzschnitzer ich (noch) nicht kenne. Herberger stand bzw. verschwand, nachdem er 1748 "wegen eines Hoftitels" (nämlich dem des Hofbildhauers des Konstanzer Fürstbischofs Casimir Anton von Sickingen, siehe Zitat unten) nach Meersburg gezogen war, im Schatten des großen Kollegen, der, anders als Herberger, radikal mit der barocken Tradition gebrochen hatte. Pius Bieri schreibt auf einer schweizerischen Website über den süddeutschen Barock: "Zwischen den Werkstätten Feuchtmayer und Herberger liegen Welten. Während Feuchtmayer von reichen Fürstabteien seine Aufträge erhält, muss sich Herberger mit wenigen und kleinen Aufträgen im Umkreis der Fürstbischöfe, welche zu dieser Zeit über keinerlei finanzielle Ressourcen verfügen, zufrieden geben. Sein Entscheid, wegen eines Hoftitels an den Bodensee zu ziehen, ist deshalb nicht zu verstehen." (Der ganze Text über Dominikus Hermenegild - dort: Hermengild - Herberger hier.)

Hl. Aloysius (links) und Hl. Stanislaus Kostka


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