Bildschnitzer A-Z


Hegenauer, Konrad (1734-1807)

Johannes aus einer Kreuzigungsgruppe, um 1770, Linde, 31 x 17 x 8,5 cm
Foto: H. Zwietasch

"Konrad Hegenauer wurde 1734 in Pfullendorf als jüngster Sohn des Bildhauers Felizian Hegenauer geboren. Bereits 1749 arbeitete 'der kleine Bruder Conrad' bei der Ausstattung des Rittersaales von Schloß Wolfegg als Gehilfe in der Familienwerkstatt mit. 1756 heiratete er in Friesenhofen (bei Leutkirch) die Witwe des Bildhauers Thomas Hofer und übernahm dessen Werkstatt. Seine Auftraggeber waren - neben zahlrichen Pfarrkirchen in der nahen und weiteren Umgebung - vor allem die Fürsten von Waldburg-Wolfegg und Waldburg-Zeil und die Fürstabtei Kempten."

Text aus: Kunst aus/für/in Oberschwaben. Kunstankäufe der Jahre 1990-1998 durch die Oberschwäbischen Elektrizitätswerke OEW. Im Auftrag der Oberschwäbischen Elektrizitätswerke herausgegeben von Volker Himmelreich und Ulrike Gauss zur Ausstellung im Schloß Achberg 22. August - 18. Oktober 1998 (S.90)

Hier ein Beitrag über Konrad Hegenauer im Holz-Blog.


Kinsler, Karl (20. Jahrhundert)

Holzbildhauermeister in Karlsruhe.

Werkstatt von Karl Kinsler, Karlstraße 7, Karlsruhe - Aufnahme: Horst Schlesiger 1962 (Stadtarchiv Karlsruhe)


Morinck, Hans (∼1555-1616)


Zur Seite über Hans Morinck geht's hier entlang.


Ruez, Johann (1678/91-1780)

Johann Ruez wurde, so Klaus Schwager in Teil I seines Buch-Paars Bildhauerwerkstätten des achtzehnten Jahrhunderts im schwäbischen Voralpengebiet (DNB), 1678 in Tirol geboren (getauft am 26. Januar in Stengen). Das Museum im Kornhaus Bad Waldsee gibt als Geburtsjahr 1691 an, was allerdings bedeuten würde, dass Ruez u. a. die unten abgebildete Figur (so sie denn tatsächlich von seiner Hand stammt und richtig datiert ist) im zarten Alter von 21, 22 oder höchstens 25 Jahren geschaffen hätte. Kaum zu glauben, würde ich sagen. Gott sei Dank sind die Probleme der Kunsthistoriker nicht meine Probleme, also lassen wir ihn "gegen Ende des 17. Jahrhunderts" zur Welt gekommen sein. Am 12. Oktober 1712, soviel scheint festzustehen, wurde Ruez in der Herrschaft Wurzach (so steht es in deren Amtsverhörprotokollen) "vor einen Burger gnädig auf und angenohmen". Wurzach blieb bis zum Tod des Bildhauers am 11.1.1760 (bei dieser Jahreszahl gehen Schwager und das Museum in Bad Waldsee d'accord) dessen Wohnsitz. Als Betreiber einer florierenden Schnitz-Werkstatt hatte er es zu "auskömmlichen Verhältnisse[n]" gebracht, wie Schwager schreibt. "Ruez' Werkstatt", so Schwager weiter, "war den vielseitigen Bedürfnissen seiner herrschaftlichen und bürgerlichen Auftraggeber angepaßt. Von Altarfiguren bis zu Bilderrahmen, Schlittenverzierungen, Wandleuchtern und Wappen wurde nachweislich nahezu alles, was den plastischen Holzschmuck seiner Zeit ausmachte, hier angefertigt."

Wurzach, Heiligkreuz, Hochaltar, Dolorosa, um 1715, H 170 cm

Foto aus: Schwager: Bildhauerwerkstätten, Teil I
Hier ein Beitrag über Johann Ruez im Holz-Blog.


Schenck, Christoph Daniel (1633-1691)

Zur Seite über Christoph Daniel Schenck bitte hier weiterklicken.


Thamasch, Andreas (1639-1697)

Andreas Thamasch wurde am 4.11.1639 in See im Paznautal geboren und starb am 9.12.1697 in Stams im Inntal. Erst fünf Jahre zuvor hatte er seine Haushälterin Maria Kleubenschedl geheiratet. "Bekannt geworden ist Thamasch vor allem durch seine Tätigkeit für das Zisterzienser-Stift Stams, wo er 1674 zum Stiftsbildhauer ernannt wurde." (Wikipedia am 19.10.2018) Auf der Suche nach seiner künstlerischen Herkunft stößt man auf den Bildhauer Thomas Schwanthaler (1634-1707), laut Wikipedia (am 19.10.2018) "der bedeutendste Bildschnitzer in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts im Raum des heutigen Oberösterreich", bei dem Thamasch 1671 als Geselle tätig gewesen sein soll. Der Tübinger Kunsthistoriker Klaus Schwager (1925-2016) nimmt an, dass Thamaschs Einfluss u. a. im Werk des nach Wurzach (Oberschwaben) übergesiedelten Holzschnitzers Johann Ruez (1678/91-1780) nachgewiesen werden kann.

Andreas Thamasch: Maria mit dem Kind, 1690-1695, Ferdinandeum Innsbruck
Foto: Wolfgang Moroder 2011

Mehr über und von Andreas Thamasch in diesem Holz-Blog-Beitrag.